Zukunftskompetenzen im Projektmanagement: Wie KI deine Rolle verändert
- Julia Verdi

- vor 3 Tagen
- 4 Min. Lesezeit
Eine Studie der GPM (Deutschen Gesellschaft für Projektmanagement) aus dem Jahr 2025 mit 176 Teilnehmenden zeigt: KI wird im Projektmanagement derzeit vor allem in der Kommunikation eingesetzt – etwa beim Zusammenfassen von Informationen oder der Beantwortung von Routineanfragen. Besonders hoch schätzen die Befragten den Mehrwert im Risikomanagement ein.
Gleichzeitig sehen die Autor:innen Risiken durch Qualifikationslücken: Nicht alle Projektbeteiligten verfügen über ausreichende Digitalkompetenzen, um KI-Technologien effektiv zu nutzen.
Auch internationale Prognosen bestätigen diese Entwicklung: Laut Gartner (amerikanisches Forschungs- und Beratungsunternehmen) müssen bis 2026 rund zwei Drittel der Projektmanagement-Kompetenzen neu definiert werden.
Bis 2030 könnten bis zu 80 % der typischen Aufgaben, etwa Datenerfassung oder Reporting, automatisiert sein.
Das bedeutet jedoch keinen Wegfall des Berufsbildes, sondern eine Verschiebung des Schwerpunkts – von administrativen Tätigkeiten hin zu strategischen, kreativen und zwischenmenschlichen Aufgaben.
Wir bei Solufi stellen uns die Frage, ob die Herausforderung in unserem Beruf nicht nur in der Technik liegt, sondern besonders in der Veränderung unserer Rolle:
Vom klassischen Projektmanager zum KI-Koordinator, agilen Gestalter und Change Manager.
Wie KI die Führungsrolle verändert
KI-Tools übernehmen bereits Routineaufgaben wie Statusberichte, Aufwandsschätzungen oder Fortschrittsanalysen. Die Rolle des/der Projektmanager:in wandelt sich von der „Planungsinstanz“ zur moderierenden, reflektierenden Führungskraft. In den nächsten Abschnitten zeigen wir dir, welche Kompetenzen und Fähigkeiten für Projektmanager:innen nach unserer Erfahrung bei Solufi in Zukunft besonders bedeutsam werden.

Kernkompetenzen in 2026
Systemisches Denken: Du erkennst, wie KI, Mensch und Prozess zusammenwirken
Facilitation & Moderation: Du gestaltest Dialogräume, in denen das Team KI-Ergebnisse kritisch hinterfragt
Ethical Awareness: Du sorgst dafür, dass Entscheidungen nachvollziehbar bleiben - besonders, wenn KI Empfehlungen erteilt, die auf intransparenten Daten beruhen.
Ein Beispiel aus der Praxis: In einem agilen Projekt nutzt das Team eine KI zur Risikoanalyse. Die KI erkennt frühzeitig Engpässe – die Projektleitung sorgt dafür, dass diese Erkenntnisse im Team diskutiert und nicht einfach übernommen werden. So entsteht eine neue Balance zwischen Automation und menschlicher Verantwortung.
Data Literacy: Ohne Datenkompetenz keine KI-Kompetenz
KI kann nur so gut arbeiten wie die Daten, die sie erhält. Projektmanager:innen, die Datenkompetenz entwickeln, können KI-Ergebnisse richtig interpretieren und in den Projektkontext übersetzen. „Data Literacy“ beschreibt genau diese Kompetenz.
Wichtige Fähigkeiten, die du in deiner Projektverantwortung haben solltest:
Grundkenntnisse in Datenanalyse und Visualisierung (Data Analytics)
Verständnis von Bias (Verzerrungen), Trainingsdaten und Modellgrenzen
Daten in einen Kontext zu bringen und daraus Handlungsempfehlungen abzuleiten
Kollaboration mit Maschinen: Neue Formen der Teamarbeit
Agile Teams im Jahr 2026 bestehen nicht mehr nur aus Menschen. Chatbots unterstützen beim Daily Stand-up, generieren Meetingprotokolle und schlagen nächste Schritte vor. KI-Avatare übernehmen Dokumentationen oder simulieren Stakeholder-Reaktionen für Sprint-Reviews.
Wichtige Hinweise für die Zusammenarbeit mit KI:
KI-Kollaboration: Projektmanager:innen müssen lernen, KI gezielt als Assistenz einzusetzen – mit klaren Aufgaben, Feedbackschleifen und definierten Grenzen. Nur wer versteht, wie die KI unterstützt, kann sie sinnvoll in den Arbeitsprozess integrieren.
Prompting-Kompetenz: Oftmals ist die richtige Fragetechnik ein entscheidender. Gute Prompts bestehen aus einem klaren Kontext, einer definierten Rolle, einer konkreten Aufgabe, einem Beispiel und einem gewünschten Format. Auf dieser Basis können präzisere Antworten generiert werden.
Adaptive Prozesse: KI lässt sich nur effektiv nutzen, wenn klar ist, wofür sie eingesetzt wird. Soll sie Ideen generieren und kreativ sein – oder ausschließlich gezielt auf hinterlegte Daten zugreifen (z. B. auf das Intranet) ? Projektmanager:innen müssen diese Grenzen bewusst festlegen, um Ergebnisse richtig einzuordnen und verantwortungsvoll zu nutzen.
Emotionale Intelligenz bleibt das Rückgrat
Je technischer die Arbeit wird, desto menschlicher muss Führung werden.
Ein Beispiel aus der Praxis: In einem Projekt gibt es unterschiedliche Haltungen gegenüber der KI – Begeisterung, Skepsis, Angst. Nun entscheiden Empathie, Konfliktfähigkeit und
Kommunikationsgeschick darüber, ob Teams Vertrauen zu den neuen Technologien entwickeln.
Hier kommt deine emotionale Kompetenz ins Spiel:
Du sprichst Unsicherheiten offen an.
Du ermöglichst Experimente um „sich mit der KI ausprobieren zu dürfen“, um Vertrauen zu schaffen.
Du förderst Transparenz, damit das Verständnis über KI und welche Grenzen es mit sich bringt deutlich werden
Projektmanager:innen werden Brückenbauer:innen zwischen Technologie und Menschlichkeit – sie verstehen, dass jedes KI-Ergebnis einen Kontext braucht.
Kontinuierliches Lernen: KI als Sparringspartner
Kompetenzen rund um KI veralten schnell. Wer 2026 erfolgreich Projekte steuern will, nutzt KI nicht nur als Werkzeug, sondern als Lernpartner.
Tools wie zum Beispiel Perplexity, ChatGPT Enterprise oder Notion AI helfen, Wissen zu erweitern, Entscheidungen zu reflektieren und Trends zu erkennen. Doch entscheidend bleibt die Fähigkeit, diese Impulse strategisch einzuordnen.
Die Lernfähigkeit wird so zur zentralen Führungsqualität:
Wer Neues ausprobiert, bleibt adaptiv
Wer reflektiert, bleibt souverän
Wer Wissen teilt, stärkt das Team
Fazit
KI verändert nicht unbedingt, was wir im Projektmanagement tun – sondern wie wir es tun. Erfolgreiche Projektmanager:innen 2026 vereinen technisches Verständnis mit Empathie, Reflexionsfähigkeit und Lernmut.
Die zentrale Frage lautet daher nicht nur:
Wie nutze ich KI?, sondern: Wie bleibe ich im KI-Zeitalter ein wirksamer Mensch im Projekt?
Möchtest du wissen, welche konkreten Tools und Lernpfade Solufi für Projektmanager:innen 2026 empfiehlt? Dann bleib dran – in unserem nächsten Beitrag zeigen wir, wie du dein persönliches KI-Kompetenzprofil Schritt für Schritt aufbaust.
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