Dein KI-Kompetenzprofil als Projektmanager:in: So baust du Schritt für Schritt deine Zukunftsfähigkeit auf
- Julia Verdi
- 4. Dez. 2025
- 3 Min. Lesezeit
Ob in der Planung, Analyse oder Kommunikation – KI verändert die Zusammenarbeit von Teams und wie Projektmanager:innen Entscheidungen treffen. Doch während viele KI-Tools kommen und gehen, bleibt eines entscheidend: die eigene Kompetenz im Umgang mit KI.
Im Januar haben wir gezeigt, welche Kompetenzen und Fähigkeiten Projektmanager:innen 2026 benötigen. Jetzt wird es konkreter:
Selbstcheck: Wo stehst du aktuell?
Bevor du Kompetenzen aufbaust, lohnt sich ein ehrlicher Abgleich deines aktuellen Wissens-Stands. Frage dich zum Beispiel: Wie sicher fühle ich mich im Umgang mit KI?
Folgende Darstellung und Fragen helfen dir bei deinem Abgleich:

Verstehen: Was steckt hinter „KI-Kompetenz“ im Projektkontext?
KI-Kompetenz bedeutet nicht, selbst programmieren zu können oder technische Details zu verstehen. Sie beschreibt vielmehr die Fähigkeit, Künstliche Intelligenz im Projektalltag sinnvoll, reflektiert und verantwortungsvoll einzusetzen.
Projektmanager:innen mit starker KI-Kompetenz können Ergebnisse aus KI-Anwendungen bewerten, die Technologie gezielt in ihre Prozesse integrieren und ihr Team dabei unterstützen, den Umgang mit KI zu lernen. Dabei geht es sowohl um technisches Verständnis als auch um Haltung und Lernbereitschaft.
Ein umfassendes KI-Kompetenzprofil setzt sich aus unserer Sicht vier zentralen Bereichen zusammen:
KI-Verständnis: Du weißt, wie KI-Modelle grundsätzlich funktionieren, welche Daten sie nutzen und wo ihre Grenzen liegen. So kannst du einordnen, ob Ergebnisse sinnvoll und verlässlich sind. | Tool-Kompetenz: Du nutzt KI praktisch in deiner Projektarbeit – zum Beispiel, um Präsentationen zu erstellen, Analysen zu beschleunigen oder Risikomatrizen aufzubauen. |
Reflexionskompetenz: Du erkennst, wann KI-Entscheidungen menschliche Kontrolle brauchen, hinterfragst Ergebnisse kritisch und übernimmst Verantwortung für die Anwendung im Projekt. | Lernfähigkeit: Du bleibst neugierig und probierst regelmäßig neue Tools und Methoden aus. So entwickelst du dich kontinuierlich weiter und ziehst aus jedem Versuch deine Lessons Learned. |
Diese vier Bereiche bilden die Grundlage für ein zukunftsfähiges Rollenverständnis im Projektmanagement – sie machen den Unterschied zwischen der reinen KI-Nutzung und der kompetenten, reflektierten Führungskraft im digitalen Projektumfeld.
Anwenden: Dein 5-Schritte-Plan zum Aufbau deines KI-Kompetenzprofils
Nachdem du nun weißt, welche Kompetenzen im Umgang mit KI entscheidend sind, geht es im nächsten Schritt darum, sie gezielt aufzubauen und in deinen Projektalltag zu integrieren. Unser 5-Schritte-Plan zeigt dir, wie du dabei strukturiert vorgehst – von der ersten Neugier bis zu einem klar sichtbaren Kompetenzprofil, das deine Fortschritte dokumentiert und dich als zukunftsorientierte:n Projektmanager:in positioniert:

Schritt 1: Bewusstsein schaffen
Starte mit Neugier, nicht mit Perfektion. Lies für dich interessante Artikel, höre Podcasts oder probiere Mini-Use-Cases in deinen Projekten aus (das können natürlich auch erst einmal private Projekte sein).
Schritt 2: Tools gezielt testen
Fokussiere dich anschließend auf zwei bis drei Tools, die zu deinem Arbeitsstil passen.
Tipp: Lege ein „KI-Experimenten-Board“ an, auf dem du Erfahrungen dokumentierst – was funktioniert, was nicht.
Schritt 3: Routinen etablieren
Verankere die Nutzung von KI im Alltag und verwende Prompt-Vorlagen für wiederkehrende Aufgaben.
Schritt 4: Feedback einholen
Binde dein Team ein: Wie erlebt es die KI-Nutzung? Wo entstehen Mehrwerte oder Unsicherheiten? So entwickelst du gemeinsam eine gesunde Team-KI-Kultur – anstatt isolierter Experimente.
Schritt 5: Kompetenzprofil sichtbar machen
Dokumentiere deinen Lernfortschritt – etwa in einem persönlichen Miro-Canvas „Mein KI-Profil“. Ein solcher Überblick stärkt nicht nur dein Selbstverständnis, sondern auch dein Profil als zukunftsorientierte Führungskraft.
Strukturiere es in folgende Felder:
Tools, die ich beherrsche
KI-Anwendungsfälle, die ich getestet habe
Erkenntnisse & Learnings
Nächste Lernziele
Fazit
Ein starkes KI-Kompetenzprofil wächst Schritt für Schritt. Entscheidend ist nicht, jedes Tool perfekt zu beherrschen, sondern neugierig, reflektiert und lernbereit zu bleiben. KI erweitert dein Denken – aber nur, wenn du bereit bist, mit ihr zu experimentieren.
💡Lese-Tipp:
Autorin: Dr. Jessica Nagel, erschienen am: 25.09.2025, Erscheinungsort: GPM (Deutsche Gesellschaft für Projektmanagement e.V.)
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